Schulgeschichte

Geschichte und Chronik der Geschichte der Wartbergschule Friedberg

Die Wartbergschule besteht seit 1967. Die Errichtung einer „Sonderschule für praktisch bildbare Kinder“ in Friedberg wurde von einer Elterninitiative der Lebenshilfe angeregt: „für Kinder, die wegen Schädigung ihrer seelisch geistigen und körperlichen Anlage in einer allgemeinbildenden Schule nicht hinreichend gefördert werden können“ (Wetterauer Zeitung vom 17.5.1966). Der Vorsitzende der Kreisvereinigung Friedberg „Lebenshilfe für das geistig behinderte Kind“ Heinrich Winkler und Kreisschulrat Schmidt – Sonderschulrektor in Hanau - waren dabei federführend aktiv. Herr Schmidt überzeugte den Kreistag davon, dass der Bau der Schule nicht Angelegenheit des Landeswohlfahrtsverbandes sondern des Kreises sei und dringender Bedarf bestünde. Der Kreisausschuss plante die Schule in Friedberg als erste kreiseigene Sonderschule dieser Art im Wetteraukreis.

Die Aufnahme der ersten 30 Schüler/-innen erfolgte ab dem 1.12.1966. Helmut Dönges, der als Sonderschullehrer in Butzbach tätig war, die Jugendleiterinnen Gertraude Stengel und Traudel Rumpf aus Rosbach starteten den Unterricht in drei Klassen der Friedberger Schule für Lernhilfe. In deren Nachbarschaft erwarb der Kreis ein Grundstück, auf welchem ein Schulpavillion errichtet wurde. Das Gebäude in der Friedensstraße konnte am 4.4.1967 bezogen werden. Schon Ende 1967 lagen weitere 22 Anmeldungen vor und eine Aufstockung auf 5 Klassen erfolgte.

1969 wurde Helmut Dönges zum Sonderschulrektor der Schule für Praktisch Bildbare ernannt. Nachdem sich die Zahl der angemeldeten Kinder auf 70-80 erhöhte und der Pavillion nicht mehr ausreichte, begann der Kreis als Schulträger ab 1970 ein neues Schulgebäude mit 8 Klassenräumen, 2 Werkräumen, einer Lehrküche mit Nebenräumen, Verwaltung, Lehrerzimmer, Ruhe- und Eßraum zu bauen. Das neue Gebäude wurde im März 1973 feierlich eingeweiht. Damit waren zwar die baulichen Voraussetzungen für den Ganztagesbetrieb von Beginn an geschaffen, jedoch starte die Wartbergschule aufgrund von Personalmangel 1973 zunächst im Halbtagesbetrieb.

 

Das als Flachbach in nüchterner grauer Betonoptik errichtete Gebäude veranlasste den bei der Errichtung der Schule amtierenden Landrat Erich Milius, die in Friedberg wirkende Künstlerin Ruth Leipnitz zu beauftragen, die leere Wand am Eingang mit einem „künstlerischen Willkommen“ auszugestalten. Das aus 5 Edelstahlscheiben bestehende Relief ziert noch heute den Eingangsbereich der Wartbergschule, und findet sich seit Beginn des Schuljahres 2007/08 im Schullogo wieder.

Beim 10 jährigen Bestehen der Schule 1977 war die Schule auf ca. 110 Schüler/-innen angewachsen und nun personell so ausgestattet, dass sie als Ganztagesschule geführt werden konnte.

Im September 1981 richtete die Wartbergschule ihr erstes großes öffentliches Schulfest aus, das über 500 Friedberger Bürger anlockte und von der Presse als Schritt zur Integration der Behinderten gelobt wurde: „Einmal heraus aus der Isolation“ (Frankfurt Neue Presse 10.10.81).

1980 erwarb der Kreis von der Ovag das Gelände im Anschluss an das Grundstück der Wartbergschule, das als Spielschulhof gestaltet und auf einem großen Schulfest im September 1983 präsentiert wurde.

Im Schuljahr 1989/90 wurden mit dem Einbau eines Fahrstuhls die unteren Räume und der Schulhof für Rollstuhlfahrer/-innen zugänglich und somit die Voraussetzungen zur Eröffnung der Abteilung für praktisch bildbare Körperbehinderte, heute Abteilung für körperliche und motorische Entwicklung, geschaffen. Die Leitung der Abteilung übernahm Andrea Hück.

Zum 25jährigen Schuljubiläum erhielt die Sonderschule für Praktisch Bildbare im Januar 1992 dann ihren heutigen Namen „Wartbergschule“, in Anlehnung an die alte Flurbezeichnung der Grundstücke in der Friedensstraße.

1997 gründet sich aus der Initiative von Eltern und Kollegium der Förderverein der Wartbergschule. Anlass war die Planung einer umfassenden Neugestaltung des Außengeländes für welche Sponsoren gesucht wurden. Im Herbst 1998 wurde dieses u.a. in zwei in gemeinsamen Wochenendaktionen des Kollegiums, der Eltern- und Schülerschaft, sowie des Schulträgers fertig gestellt und dann im Mai 1999 mit einem großen Schulfest eingeweiht.

Zu Beginn des Schuljahres 1999/2000 wird die bisherige Mittelstufenleiterin Irene Winkler stellvertretende Schulleiterin der Wartbergschule.

Wachsende Schülerzahlen machten verschiedene Baumaßnahmen nötig. Im Jahr 2000 wurde ein neuer Klassenraum, im Jahr 2003 zwei weitere Räume am Hauptgebäude angebaut.

2002 wurde der erste Schulleiter der Wartbergschule - Helmut Dönges -nach über 40 Dienstjahren und 35-jährigem Wirken an der Wartbergschule in den Ruhestand verabschiedet. Seine Nachfolge übernahm die bisherige Konrektorin Irene Winkler, die am 14.10.2003 zur Sonderschulrektorin ernannt wurde.

Die Stelle der Konrektorin besetzte das Staatliche Schulamt mit der Haupt- und Werkstufenleiterin Susanne Zobel-Unruh, sie wurde am 30.03.2004 zur Sonderschulkonrektorin ernannt.

Im Schuljahr 2003/2004 stieg die Schülerzahl auf knapp 100 Schüler/-innen und die möglichen Kapazitäten von 12 Klassenräumen waren ausgeschöpft. Die Raumnot löste der Schulträger übergangsweise durch das Aufstellen von zwei Klassenraumpavillions auf dem Schulhof, mit der Folge, dass das Angebot der Fach- und Differenzierungsräume eingeschränkt war und der Schulhof sich verkleinerte.

In den folgenden Jahren wurden diverse Baumaßnahmen durchgeführt und das Hauptgebäude der Schule gründlich saniert. Unter anderem wurden Brand- und Schallschutzdecken eingebaut und die Heizung erneuert. Das Gebäude wurde von außen gedämmt und mit neuen Fenstern ausgestattet, sämtliche Sanitärbereiche wurden komplett erneuert.

Nach dem Abwägen verschiedener Möglichkeiten zur Erweiterung des Rauman-gebotes erwarb der Kreis 2005 von der Behindertenhilfe Wetterau Gebäude und Gelände der gegenüber liegenden integrativen Kindertagesstätte Sonnenschein.

Pünktlich zum 40jährigen Bestehen der Wartbergschule im Jahr 2007 wurden damit dann Gebäude und Gelände der Wartbergschule erweitert: Die Klassen der Grundstufe bezogen das sanierte Gebäude in der Friedensstraße 14. Dieses verfügte über 5 Klassenräume, Nebenräume, einen Differenzierungsraum für die Abteilung körperliche und motorische Entwicklung, Pflegeraum und Behindertentoilette und mehrere Abstellräume. In dem - von der Schulgemeinde als „Wartbergchen“ bezeichneten - Gebäude werden die Klassen der Grundstufe unterrichtet. Es verfügt auch über ein eigenes Außengelände für die Pause. Zeitgleich wurde eine Schulturnhalle auf dem Gelände der Friedenstraße 14 gebaut, die seitdem ausschließlich der Wartbergschule zur Verfügung steht.

 

Im Juli 2012 verabschiedete sich die Schulleiterin Irene Winkler nach 38 Dienstjahren an der Wartbergschule in die Freistellungsphase der Altersteilzeit.

Im August 2013 wurde Thorsten Giese, vorher Schulleiter der Janusz-Korczak-Schule in Bad Schwalbach, vom Staatlichen Schulamt als neuer Schulleiter der Wartbergschule eingesetzt.

Im Januar 2015 hat die Wartbergschule die langjährige Konrektorin Frau Zobel-Unruh verabschiedet. Frau Zobel-Unruh war über 20 Jahre an der Schule tätig und arbeitet fortan als Konrektorin an der Hellen-Keller-Schule in Oberursel.

Im März 2015 wurde die langjährige Mittelstufenleiterin der Wartbergschule, Bettina Ruß, vom Schulamtsdezernenten Herrn Dr. Dinges damit beauftragt, die Aufgaben der Förderschulkonrektorin zu übernehmen.

 

Im Jahr 2017 wird die Wartbergschule 50 Jahre alt. Das Jubiläumsjahr wurde mit vielfältigen Aktionen und Projekten gefeiert:

  • Jubiläumswebseitenkalender (50 Wochen lang wird jeweils am Anfang der Woche ein Foto oder Film zum Thema 50 veröffentlicht),
  • Kunstausstellung im Kreishaus Friedberg (50 Arbeiten aus dem Kunstunterricht werden ausgestellt),
  • Klassenfahrt (zum ersten Mal in der Schulgeschichte fahren alle Schüler/-innen der Schule gemeinsam zum gleichen Zeitpunkt an den gleichen Ort),
  • Schulfest,
  • Zirkusprojekt des Fördervereins.

Im Jahr 2020 macht die Corona-Pandemie auch vor der Wartbergschule nicht halt:

Während des „Lockdowns“ fand nur „Notbetreuung“ vor Ort statt, es wurde „Homeschooling“ organisiert. Später fand der Unterricht in Form von „Schichtbetrieb“ oder „Wechselunterricht“ statt.

Im Herbst des Jahres 2020 wurden sämtliche Schüler/-innen und Lehrkräfte in Quarantäne geschickt, das Gesundheitsamt führte vor Ort auf dem Schulgelände Coronatests durch.

Bis ins Jahr 2022 hinein waren die verschiedensten Maßnahmen im Unterricht zu beachten: Phasenweise mussten Mund-Nasebedeckungen getragen werden, phasenweise gab es eine verbindliche Testpflicht für alle beteiligten Personen, später dann die Möglichkeit zum freiwilligen Test.

 

Mit Beginn des Schuljahres 2022/23 bezogen die Klassen der Berufsorientierungsstufe eine Etage im benachbarten Gebäude der Philip-Reis-Schule, Friedensstraße 18, die für diese Zwecke zuvor umgebaut worden war.

 

Im Jahr 2022 erhielt die Schule einen neuen Aufzug. Im Wartbergchen wurde ein neuer Snoezelenraum eingerichtet.

 

Die Chronik der Wartbergschule in Stichpunkten

Dezember 1966

Aufnahme der ersten 30 Schüler/-innen in drei Klassenräumen der Schule für Lernhilfe, Friedberg

Helmut Dönges, Sonderschullehrer und die Jugendleiterinnen Gertraude Stengel und Traudel Rumpf beginnen mit dem Unterricht

April 1967

Bezug eines Schulpavillions in der Friedensstraße 17, Friedberg
Ende 1967

Aufstockung auf 5 Klassen

März 1969

Ernennung von Helmut Dönges zum Sonderschulrektor

1970-73

Bau eines neuen Schulgebäudes durch den Schulträger

März 1973

Einweihung des neuen Schulgebäudes mit 8 Klassenräumen, 2 Werkräumen, einer Lehrküche mit Nebenräumen, Verwaltung, Lehrerzimmer, Ruhe- und Essraum

1977

Beginn des Ganztagesbetriebes

1980

Erweiterung des Außengeländes durch Ankauf eines angrenzenden Geländes durch den Schulträger

1983

Einweihung des neue Schulspielhofes

1989/90

Einrichtung der Abteilung körperliche und motorische Entwicklung

Januar 1992

25 jähriges Jubiläum: Namensgebung „Wartbergschule“

Juli 1993

Gertraude Stengel wird nach 28 Dienstjahren in den Ruhestand verabschiedet

1998/99

Umfassende Neugestaltung des Außengeländes

Sommer 2000

Anbau eines weiteren Klassenraumes im oberen Bereich des Hauptgebäudes

Juli 2002

Schulleiter Helmut Dönges wird den Ruhestand verabschiedet

Oktober 2003

Ernennung von Irene Winkler zur Sonderschulrektorin

2003

Umbau der Heizung, Anbau von zwei weiteren Räumen im unteren Bereich des Hauptgebäudes

2003/04

Anstieg der Schülerzahlen, Aufbau von zwei Klassenraumpavillions auf dem Schulhof

August 2003

Haupt- und Werkstufenleiterin Susanne Zobel-Unruh wird mit der Stellvertretenden Schulleitung beauftragt

Sommer 2005 bis Sommer 2007

umfassende Sanierung des Hauptgebäudes:

Umgestaltung des Eingangsbereiches mit Anbau des Hilfsmittelraumes und Hausmeisterbüros;

umfassende Sanierung des Sanitärbereiches und der Pflegeräume, Bau von zwei zusätzlichen Behindertentoiletten

2005

Kreis erwirbt Gelände und Gebäude der Integrativen Kindertagesstätte Sonnenschein von der Behindertenhilfe Wetterau

2005-2007

Planung und Umbau und Sanierung der bisherigen Kita Sonnenschein für die Grundstufe der Wartbergschule; Sanierung des dazugehörigen Außen-geländes; Bau der Bewegungshalle

2007

40 jähriges Schuljubiläum

Sommer 2007

Bezug des „Wartbergchen“ durch die Grundstufe

Einweihung der Bewegungshalle

Juli 2012

Verabschiedung der Schulleiterin Irene Winkler nach 38 Dienstjahren

August 2013

Beauftragung von Thorsten Giese als neuer Schulleiter der Wartbergschule

Januar 2015

Verabschiedung der Konrektorin Susanne Zobel-Unruh nach über 20 Dienstjahren

März 2015

Beauftragung von Bettina Ruß als neue Konrektorin

2017

Die Wartbergschule feiert das fünfzigste Schuljubiläum.

März 2020 - 2022

Corona-Pandemie, Schulschließung, Schulgemeinde vorübergehend in Quarantäne, unterschiedliche Maßnahmen wie Masken- und Testpflicht, Homeschooling, Schicht- und Wechselbetrieb

August 2022

Die BO bezieht einer Etage im Gebäude der benachbarten Johann-Philip-Reis-Schule. Im Hauptgebäude wird ein neuer Aufzug eingebaut.

Dezember 2022

Im Wartbergchen wird ein neuer Snoezelenraum eingerichtet.